| Zweite Monatsfeier im März 2010 |
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Die Eurythmie Monatsfeier im Februar hat uns als „neu an die Walddorfschule hinzugekommene Eltern“ schon schwer beeindruckt – aber was bei der zweiten Monatsfeier im März im Festsaal des Gasthofes „Oldenwöhrden“ angeboten wurde, hat uns schier vom Hocker gehauen! Als „Quereinsteiger“ haben wir schon einige der Vorführungen unserer Kinder miterleben dürfen und leider immer die Lustlosigkeit der Kinder und der Lehrer bemängelt. Um so mehr freute uns der Stolz, mit dem unsere Kinder ihr erst seit kurzem „einstudiertes“ Programm präsentierten und mit welcher Begeisterung und Eifer alle Beteiligten dabei waren. Die erste Klasse versetzte uns ins Indianerland zurück mit ihrem uralten, kanadischen Lied „Land of the silver birch“ mit musikalischer Begleitung. Die „Kleinsten“ sorgten gleich zum Einstieg für eine fröhliche Stimmung. Auch ihre Darbietung einer imaginären Waldwanderung, mit den vielen zurückgelegten Kilometern, ließ uns an ihren Tatendrang und die Französisch-Fortschritte nicht zweifeln. Wie Bewegung im Hauptunterricht immer einfließt, demonstrierten sie außerdem noch beim Seilspringen und dem „Hille Bille“ Klatschspiel (die beide sehr wichtig sind für die Integration der beiden Gehirnhälften). Zum Schluss ließ Frau Lietz ihre Klasse mit einem Gedicht als Blumenkinder aus dem Winter erwachen. Obwohl Frau Grunwald krankheitsbedingt fehlte, führte uns die zweite Klasse vor, was sie im Religionsunterricht mit Frau Nikolei gerade durchnahmen. Mit einem Akt aus dem Schauspiel „Joseph und der bunte Umhang“ meisterten die Kinder auch ohne die Unterstützung ihrer Klassenlehrerin ihre Aufgabe bravourös. Gesungen, als wenn man von einer Tarantel gebissen wurde! Die dritte Klasse erzählte uns bei ihrer Tarantella, einer schnellen italienischen Gesangsform, von Toni, der sich einen Teller Maccheroni erbettelte. Die erste Strophe wurde sogar von einem Schüler, der aus Italien kommt, in der Originalsprache eingeleitet. Die vierte Klasse versetze uns auf Hohe See mit zwei verschiedenen Seemannsliedern „Fifteen Men“ und „Old A. Brown“. Zunächst wurden die beiden Lieder einzeln eingestimmt, danach parallel gesungen – das erforderte viel Konzentration, Hinhören und Rücksichtnahme aufeinander – sehr wichtige soziale Fähigkeiten, die so ganz „nebenbei“ an der Waldorfschule gelernt werden. Englisch- und Geschichtsunterricht in Gesangsform! Die fünfte Klasse machte weiter mit Matrosenlieder. „What shall we do with a drunken Sailor?“ wurde mehrstimmig dargeboten und auch das „Sky Boat Song“ wurde mit Begeisterung vorgeführt. „Der Taucher“ von Friedrich Schiller - ein altmodisches, unzeitgemäßes Gedicht? Falsch! Nun ja, zugegeben, wenn es langweilig vorgeleiert wird, könnte man das (vielleicht) denken. Aber so, wie es die sechste Klasse zunehmend mit Gestik und Mimik, Rhythmus und Modulation betont hatte, so wurde die ausgewählte Strophe des Gedichts lebendiger und spannender von Mal zu Mal. Begleitet durch zwei Lehrer und einen Schüler an Gitarren, sang die Klasse zusätzlich als englischen Beitrag den Hit aus den 70er Jahren „Horse with no name“. Aus dem Französisch-Unterricht führten sie verschiedene Dialoge aus dem Alltag vor, etwa bei der Begrüßung oder bei der Bestellung im Restaurant… „Winds of Change“ das Lied von den Skorpions, war schon immer eines meiner Lieblingslieder, aber das gerade dieses Lied von der siebten Klasse gesungen wurde, hatte schon fast symbolische Bedeutung für mich. Wir sind sehr froh, unsere Kinder umgeschult zu haben, denn wir bemerken, dank des Waldorfschulsystems, eine deutliche Veränderung bei unseren beiden Kindern, was ihre Ausgeglichenheit und Motivation für das Schulleben betrifft. Herr Schoen, als Englischlehrer und Musiklehrer, moderierte die Monatsfeier mit sehr vielen zusätzlichen Informationen und Erklärungen. Zuallerletzt durften wir die musikalische Leistung seines Chores genießen – Schüler der fünften, sechsten und siebten Klassen sangen im Kanon ein israelisches „Psalmlied“ namens Hashivenu – ein fast „österlicher“ Beitrag zum Abschluss. Nach der Monatsfeier wurden alle Gäste eingeladen, das Frühjahrsfest im Schulgebäude zu besuchen, sich mit kleinen, gebastelten Dekorationen und Ostermitbringseln einzudecken oder einfach in geselliger Runde die anderen Eltern näher kennen zu lernen. Die Kinder konnten sich mit dem Bemalen von Ostereieranhängern beschäftigen oder sich passend zum Frühling als Schmetterlinge oder Blumenkinder oder sonst nach Wunsch schminken lassen. Für das leibliche Wohl wurde mit Grillhähnchen, Kohlpfanne und frisch gebackenem Brot gesorgt. Viel Mühe und liebevolle Detailarbeit machte diese Veranstaltung zu einem gelungen Vormittag. (Anja Gehringer)
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