Kitas: Elternbeiträge gedeckelt

Landtagsabgeordnete Eka von Kalben in Wöhrden

Vorstand und Kreistagsabgeordnete Kerstin Hansen informierten sich in einem Gespräch mit der Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Eka von Kalben, über die Kita-Reform der Kieler Koalition.

Eka von Kalben, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kieler Landtag, kam auf Einladung der Kreistagsabgeordneten Kerstin Hansen nach Wöhrden. Hansen setzt sich für den Ausbau des Kita-Angebotes ein, es fehlen kreisweit 300 Kita-Plätze. Der Wöhrdener Waldorfverein plant die Gründung einer Kita in Meldorf.

Die Reform der Kita-Finanzierung zum Sommer 2020 sorgt bei Kreisen, Gemeinden und Trägern derzeit noch für Unsicherheit. Um die Verhandlungen zu dem neuen Gesetz und dessen Auswirkungen besser zu verstehen und damit den Ausbau der Kita-Plätze in Dithmarschen unterstützen zu können, hatte die Grüne Kreistagsabgeordnete ihre Parteikollegin aus Kiel um ein Informationsgespräch gebeten. Der Vereinsvorstand erhoffte sich zudem weitere Informationen für die Finanzierung der Kita-Neugründung.  

Die Reform soll den Ausbau der Kinderbetreuung erleichtern, indem beispielsweise das Beratungsangebot auf Kreisebene intensiviert wird, so von Kalben. Noch wichtiger ist aber die Vereinfachung der Finanzierung von Kindergartenplätzen. „Die Kreise erhalten sowohl die Gelder vom Land als auch die Mittel von den Wohngemeinden der Kinder und geben dies an die Träger weiter“, erläuterte von Kalben. Die Wohngemeinden zahlen nach der Reform nur Kosten pro betreutem Kind. Das Risiko von nicht belegten Plätzen trage ab dann der Kreis, der ohnehin die Bedarfsplanung verantworte. Doch langfristig unbelegte Plätze seinen unrealistisch, meinte die Grüne Sprecherin in Sachen Kita. Die Reform sehe einheitliche Beträge und einheitliche Qualitätsstandards für alle Kitas in Schleswig-Holstein vor. Die Elternbeträge werden mit Inkrafttreten der Reform auf gedeckelt. Derzeit sind 180 Euro bzw. 288 Euro für die U3-Plätze im Gespräch, je nach Dauer der Betreuung. Für Kinder über drei Jahre sollen die Elternbeiträge bei 145 und 233 Euro liegen.

Mit Blick auf die Lage im Kreis wollte Kerstin Hansen vor allem die Frage klären, wie künftig der Ausbau von Kita-Plätzen auf Kreisebene gesteuert werden könne. Trotz kreisweit 300 fehlenden Plätzen gäbe es aufgrund der hohen Investitionskosten Kommunen, die sehr zögerlich an den Ausbau gingen. Von Kalben konnte hier noch keine Verbesserungen in Aussicht stellen. Die Verhandlungen innerhalb der Koalition seien jedoch noch nicht abgeschlossen. Neben Steuerungsinstrumenten für die Kreise seien auch die Schließzeiten und die Geschwisterregelung noch nicht abschließend geklärt.

Zum Abschied besichtigte Eka von Kalben noch die Übergangslösung für den abgebrannten Waldorfkindergarten und wünschte dem Verein viel Erfolg bei der Neugründung in Meldorf: „Die Reform sieht ja auch viele Verhandlungsspielräume mit den Kommunen vor“, ermutigte sie den Vorstand.